Life in the 22nd Century

Living in a better world!

Die Wanderer

Die Wanderer sind eine intelligente Spezies im Mittags-Zyklus der Autoren Arkadi und Boris Strugatzki. Der Heimatplanet der Wanderer ist unbekannt.

Die große Offenbarung

Während der gesamten Geschichte der Erde gab keinen einzigen offiziellen Kontakt mit den Fremden, obwohl sie oft in Kontakt mit der Bevölkerung anderer Planeten (z.B. Esperanza) traten. Eine Begegnung mit Vertretern der Wanderer – den Menten – findet 2199 auf der Erde statt. Dieses Ereignis wird deshalb auch die „Große Offenbarung“ genannt.

Das äußere Erscheinungsbild

Es existieren keine Informationen darüber, wie die Wanderer aussehen.  Nur anhand der Überreste ihrer Technologie lässt sich schließen, dass sie nicht humanoid sind.

Die auf Esperanza und Saula lebenden Menschen berichten in Legenden, die Wanderer erschienen formlos wie Wasser oder Dampf („Fluchtversuch“, „Ein Käfer im Ameisenhaufen“).

Dr. Bromberg schlägt in seinem Memorandum vor, die Wanderer wären  Vertreter verschiedener Rassen, die das Niveau des Monokosmos erreicht haben. Von diesem Standpunkt aus sind die Menten die irdische Verkörperung der Wanderer:

„… es folgt die Evolution zweiter Ordnung, d. h. eine Evolution, die sowohl plan- als auch steuerbar ist: der Monokosmos.
Die Synthese der Intelligenzen ist unvermeidlich, und sie eröffnet unermesslich viele neue Facetten für die Wahrnehmung der Welt. Das führt zu einem exponentiellen Anwachsen von Quantität und vor allem Qualität der zur Verfügung stehenden Information. Das wiederum führt zur Verringerung des Leidens auf ein Minimum und zur Erhöhung der Freude auf ein Maximum. Der Begriff „Zuhause“ dehnt sich auf die Größe des Universums aus. (Sicher ist das auch der Grund, warum man diesen unverantwortlichen und oberflächlichen Begriff der „Wanderer“ geprägt hat.) Es wird ein neuer Metabolismus entstehen, der bewirkt, dass Gesundheit und Leben im Prinzip ewig andauern. Das Alter eines Individuums wird mit dem Alter kosmischer Objekte vergleichbar sein - und das ohne jegliche psychische Ermüdung. Das Individuum des Monokosmos braucht keine Schöpfer. Es ist selbst zugleich Schöpfer und Nutznießer seiner Kultur. Es kann anhand eines Wassertropfens nicht nur das Bild des Ozeans entstehen lassen, sondern auch die ganze Welt der darin lebenden  Wesen, einschließlich der vernunftbegabten. Und all dies wird begleitet sein von einem ständigen, unstillbaren Hunger nach neuen Reizen.“ (Bromberg in [1], S. 532/533)

Technologischer Entwicklungstand

Die Wanderer sind ohne Zweifel die technologisch fortschrittlichste intelligente Rasse in der Mittags-Welt und ihre Leistungen in Wissenschaft und Technik übertreffen mit Leichtigkeit das gesamte Wissen der Menschen, Tagoraner und Kopfler.

Spuren der Wanderer

Die Wanderer werden in fast allen Büchern des Mittags-Zyklus erwähnt.

Trotz ihres überaus vorsichtigen und geheimen Wirkens, findet man Spuren ihrer Tätigkeit im gesamten Universum:

  • die künstlichen Satelliten der Wladislawa (2121 entdeckt) und des Mars (Phobos und Deimos)
  • der „Sarkophag“ im unbenannten Planetensystem EH-9173 (2137 entdeckt, siehe „Findelkinder“)
  • „Ewige Maschinen“ auf Saula (2141)
  • der künstliche Überwachungs-Satellit im Orbit um den Arche-Planeten (2161)
  • die Übersiedlung fast der gesamten Bevölkerung der Esperanza (entdeckt 2162) und die anschließende Jagd nach denen, die sich entschieden haben, zu bleiben
  • ein mögliches Engagement bei der genetischen Veränderung der tagoranischen Rasse (genaues Datum unbekannt)

Unverzichtbares Attribut der meisten Wanderer-Technologien ist die Verwendung eines Materials - Bernsteinit (russisch янтарин) genannt. Dessen chemische Zusammensetzung können die irdischen Wissenschaftler nicht entschlüsseln. August Johann Bader vergibt diesen Namen aufgrund seiner Farbe und Ähnlichkeit mit Bernstein.

Die Wanderer sind Vertreter verschiedener Zivilisationen des Universums, die ein gewisses Maß an sozialer und biologischer Entwicklung erreicht haben. Nach einer genauen Studie ihres Handeln und ihrer Spuren im Universum, ist davon auszugehen, dass sie ein eigenes, dem der Erde ähnliches Institut für „Progressortum“ geschaffen haben müssen.

Zum Beispiel passt ihr Umgang mit den Bewohnern von Esperanza zum Verfahren, das bei den Pantianern im Rahmen des Projekts „Arche“ angewendet werden soll. Hier wie dort kommt die Methode der Zwangsumsiedlung zur Verwendung. Der Fairness halber sei darauf hingewiesen, dass im Falle der Esperanza die Einwohner selbst die Katastrophe verursachten und im Fall der Arche die Natur verantwortlich ist.

Es erscheint auch nicht unwahrscheinlich, dass es auf der Erde zu Progressor-Aktivitäten gekommen ist (der Fall der „Findelkinder“). Der Mente Logowenko verspricht sogar, sollte es auf der Erde zu einer Katastrophe kommen, die die Menschheit vernichten könnte, würden die Menten mit aller ihnen zur Verfügung stehenden Macht den Menschen zu Hilfe kommen. Seine Worte können jedoch auf verschiedene Weise interpretiert werden, von denen nicht alle positiv zu verstehen sind. Es genügt, daran zu erinnern, was mit Esperanza im Roman "Ein Käfer im Ameisenhaufen" passiert ist. Der Text liefert mindestens zwei Versionen von dem, was geschah. Entweder wurden die Bewohner des Planeten gerettet (nach Maxim Kammerer) oder der Planet vor ihnen (nach Sikorsky).

Die einzige gemeinsame Eigenschaft zwischen Wanderern und Menschheit ist die Progressor-Aktivität im Zusammenhang mit weniger entwickelten Zivilisationen. Die Menschheit ist auch die einzige intelligente Spezies, die das Wirken der Wanderer untersucht oder deren Existenz für möglich hält. Für die Suche nach den Wanderern werden Progressoren und der Ausschuss für Galaktische Sicherheit engagiert. Trotzdem schaffen es die Wanderer irgendwie, ihre Geheimnisse zu bewahren. Außer sie wollen, das sie erkannt werden, um etwas Wichtiges mitzuteilen (Logowenko).

Abwehr der Wanderer und das Projekt Spiegel

Einige Erdbewohner, wie Rudolf Sikorsky, entwickeln gegenüber den Wanderern eine Phobie. Jedoch sind sie den meisten Menschen egal.

Es besteht der Verdacht, dass das gescheiterte Projekt „Spiegel“, bei dem zehn Menschen 2136 zu Tode kommen, nur dafür entwickelt wurde, herauszufinden, wie sich die Erde im Falle eines direkten Angriffs der Wanderer verteidigen kann.

Quellen

[1] Die russischen Wikipedia - der Artikel Странники (Мир Полудня)(Die Wanderer)

(Stand 13.03.2015) übertragen ins Deutsche und ergänzt um einige Informationen.

[2] Gesammelte Werke 1 – 3, A. u. B. Strugatzki, WILHELM HEYNE VERLAG MÜNCHEN 2010

Die Bild von Don Rumata ist ein Nachzeichnungen nach Szenen aus dem Film "Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein" von Peter Fleischmann.

Lifeinthe22ndcenturylogo