Life in the 22nd Century

Living in a better world!

Motto

Lesenswerte SF-Literatur entdecken und vorstellen.

„Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne“mylogo

(Jean Paul)

Mittag, 22. Jahrhundert

Planeten

Die ersten Reisen ins All werden in Raketen mit chemischen Triebwerken unternommen. Die schwierigen Verhältnisse auf der Venus und in ihrer Atmosphäre erforderten jedoch die Entwicklung eines neuen Antriebs.

Raumschiffe mit Photonentriebwerken ermöglichen kurze Flugzeiten zu den Planeten des Sonnensystems. Das erste Raumschiff dieser Art, die "Chius", ist mit einem absoluten Reflektor ausgestattet. Dessen Oberfläche ist mit einer dünnen Oberfläche überzogen, die jede Strahlung vollständig widerspiegeln kann. Während des Fluges nutzt sich diese Schicht jedoch immer mehr ab, weshalb Photonenraumschiffe für Flüge zu den nächsten Sternen nicht so gut geeignet sind.

Um 2052 wird das Prinzip der Deritrinitation (Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit) erfunden. Damit ist der Weg zu den Sternen frei. Es werden ferne Sternensysteme erreicht, fremde Welten reich an Leben erforscht und einige Hinterlassenschaften der Wanderer entdeckt.

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Wissenswertes

Die Welt des "Mittags" ist angefüllt mit interessanten Geschichten, geheimnisvollen Außerirdischen und ganz alltäglichen Dingen des 22. Jahrhunderts. Es tauchen Begriffe wie "Die Wanderer" oder "Die Findelkinder" auf.

Oder was ist eigentlich ein "Progressor"?

All dies soll hier erklärt werden.

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Die Nebencharaktere

Über die Bewohner ihres Mittags-Zyklus hatten Arkadi und Boris Strugatzki ganz konkrete Vorstellungen:

„Schließlich erkannten wir, mit wem man diese glänzende, aber leere Welt füllen musste: mit unseren Zeitgenossen, genauer gesagt, mit den besten unter den Zeitgenossen – mit unseren Nächsten und Freunden, reinen, ehrlichen, guten Menschen, die schöpferische Arbeit und die Freude der Erkenntnis über alles liebten … Natürlich idealisierten und romantisierten wir unsere Freunde ein wenig, doch dafür hatten wir zwei ganz reale Gründe: Erstens liebten wir sie, und zweitens hatten sie das, verdammt noch mal, auch verdient!“ ([1] S. 631)

Quellen

[1] Gesammelte Werke 4, A. u. B. Strugatzki, WILHELM HEYNE VERLAG MÜNCHEN 2012

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Die Hauptcharaktere

Der Übergang zwischen den beiden Zeitebenen des Zukunftszyklus ist fließend. Zwei Raumfahrer aus unserer näheren Zukunft überspringen bei ihrem Flug durch das All einen großen Zeitraum und kehren ins 22. Jahrhundert auf die Erde zurück. Ein anderer "Rückkehrer", Leonid Gorbowski, hilft ihnen bei ihrer Eingewöhnung und wird später die zentrale Figur in der Welt des "Mittags".

Vier weitere Haupthelden, die in diese Welt hineingeboren wurden, begleitet der Leser auf ihrem Lebensweg von Kindheit an.

Später wird die Weiterentwicklung der Welt des Mittag anhand der Schicksale von Maxim Kammerer, Rudolf Sikorsky und vieler anderer vermittelt.

Quellen

[1] Erik Simon - "Eine Zukunft mit zwei Enden" in Gesammelte Werke 1 – A. u. B. Strugatzki, WILHELM HEYNE VERLAG MÜNCHEN 2010

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Die Charaktere der Vorgeschichte

Als Arkadi und Boris Strugatzki an ihrem ersten Roman schrieben, ahnten sie gewiss noch nichts davon, das daraus ein ganzer Weltentwurf hervorgehen sollte. Nichtsdestotrotz schufen sie ein starkes Ensemle von Personen, die in den folgenden Werken immer wieder auftraten und durch ihre Abenteuer die Welt des Mittags entscheidend prägten.

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Die Vorgeschichte

Der Zukunftszyklus handelt auf zwei Zeitebenen. Die Erzählung "Sechs Streichhölzer" ist dabei zeitlich ganz vorn einzuordnen.

Die frühe Ebene umfasst außerdem die Bykow-Trilogie mit dem Roman "Atomvulkan Golkonda", der längeren Erzählung "Der Weg zur Amalthea" und dem Episodenroman "Praktikanten".

Dazu gehören noch der Roman "Die gierigen Dinge des Jahrhunderts" und die Erzählung "Die Erprobung des SKK". Letztere leitet bereits zur zweiten Zeitebene über.

sechs streichhoelzer Atomvulkan Golkonda Der Weg zur Amalthea Die gierigen Dinge des JahrhundertsSKK
 © B. Alimov© I. A. Ilinski © L. J. Rubinstein  A.J. Stanislawowna© Boris Alimov

Quellen

[1] Erik Simon in "Mittag, 22. Jahrhundert/Der Junge aus der Hölle", Verlag das Neue Berlin 1989

Die Veröffentlichung der Zeichnungen in dieser Rezension erfolgt mit freundlicher Genehmigung durch Vladimir Borisov (Redakteur der Seite "Фантасты братья Стругацкие").

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Planeten im Mittags-Zyklus

09.03.2015

Blauer Sand-Planet

„Blauer Sand“ ist der erste Planet, der auf dem Weg der „Taimyr“-Expedition liegt. Während einer Erkundungsmission auf der Oberfläche in der Nähe des Äquators verlieren sie alle Kyber-Erkunder, ein Besatzungsmitglied wird getötet und Co-Pilot Kondratjew bricht sich ein Bein. Der Planet ist mit blauem Sand (daher der Name) bedeckt. In seiner Atmosphäre toben Stürme, die eine Landung sehr schwierig machen.

Die „Taimyr“ kehrt 2117 zur Erde zurück.

Eine zweite Landung auf dem Planeten gelingt Leonid Gorbowski.

Esperanza

Esperanza (Надежда, Nad'ezhda, beschrieben in „Ein Käfer im Ameisenhaufen“) wird 2162 entdeckt und ist ein weiterer von Menschen bevölkerter Planet. Die technologische Entwicklungsstufe der Zivilisation gleicht dem der Erde im 20. Jahrhundert. Ungefähr 2123 verwüstet eine massive ökologische Katastrophe (wahrscheinlich von den Bewohnern ausgelöst) den Planeten. Danach können die Überlebenden nur noch maximal zwölf Jahre alt werden.

Die Wanderer greifen ein und bringen den größten Teil der Bevölkerung der Esperanza zu einem unbekannten Planeten. Anscheinend glauben sie, dass die Zivilisation nur in einer neuen und sauberen Umgebung überleben kann. Für die Umsiedlung benutzen sie eine Art Null-Transport. Nur wenige Menschen entscheiden sich dafür zu bleiben. Die Wanderer versuchen trotzdem ihre Rettung und setzen dabei ein hochentwickeltes System aus Fallen und Lockmitteln ein. Sie zeigen besonders großes Interesse an der Bergung der Kinder.

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Der Mittags-Zyklus der Strugatzkis

Der Mittags-Zyklus ist ein fiktiver Weltentwurf in dem eine Reihe von Science-Fiction-Romanen der Autoren Arkadi und Boris Strugatzki angesiedelt sind. Ursprünglich hatten die Brüder so etwas nicht geplant. Jedoch verwendeten sie Charaktere und Ideen aus vorherigen Romanen wieder, vor allem, wenn es sich als nützlich erwies. Erst später begannen sie, Themen und Handlungsfäden aus verschiedenen Romanen zusammenzuführen, um neue Geschichten zu schreiben. Der Zukunftszyklus „Mittag, 22. Jahrhundert“ entspricht ihrer Vorstellung vom Leben der Menschen im Kommunismus. Im Englischen findet man auch den Begriff Noon-Universum.

Was die Autoren unter dem Begriff Kommunismus in den 1960er Jahren verstanden hat Boris Strugatzki einmal so formuliert:

„Die Wörter »Kommunismus«, »Kommunist«, »Kommunarde« bedeuteten uns damals viel. Insbesondere bedeuteten sie ein lichtes Ziel und reine Absichten. Wir brauchten gut ein Jahrzehnt, um zu begreifen, was wirklich los war… Dass der sowjetische Kommunismus und der Kommunismus, wie wir ihn verstanden, nicht mehr gemein hatten als eine Brillenschlange und die Intelligenz … Damals, zu Beginn der Sechzigerjahre, war »Kommunismus« für uns ein klares, funkelndes, absolutes Wort und bedeutete die Welt, in der man gern leben und arbeiten möchte.“ ([2] S. 641/642)

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Eine Chronologie des Mittags-Zyklus

Arkadi und Boris Strugatzki haben es stets vermieden, konkrete Angaben über die zeitliche Einordnung ihrer Romane und Erzählungen zu machen. In den Quellen werden teilweise unterschiedliche Jahreszahlen genannt.

Für meinem Versuch einer Chronologie habe ich hauptsächlich folgende Quelle eingesetzt:

[1] Хищные вещи века; Чрезвычайные происшествия; Полдень, XXII век - Terra Fantastica, Санкт-Петербург 2001 (S. 12 - 15)

Für die darin veröffentlichte Chronologie des XXI. und XXII. Jahrhunderts werden folgende Quellen angegeben:

1. Тим Вандерер. «Всплеск в тишине».

2. Вадим Казаков. «ХХII век»

3. Михаил Шавшин. «ХХII век: опыт хронологии».

Die Texte wurden ins Deutsche übersetzt, bearbeitet und um zusätzliche Informationen erweitert. Daten aus anderen Quellen habe ich kenntlich gemacht.

[2] Russische Wikipedia: Artikel Хронология мира Полудня veröffentlicht unter dieser Lizenz. (Stand 09.02.2012)

[3] The Chronicles of the XXII Century (erstellt von M. Shavshin) mit freundlicher Genehmigung durch Vladimir Borisov (Redakteur).

[4] Михаил НАЗАРЕНКО - «ИСТОРИЯ БУДУЩЕГО» БРАТЬЕВ СТРУГАЦКИХ: еще один опыт хронологии

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